Hochsensibel - endlich weiss ich es

Dass ich hochsensibel bin, weiss ich erst seit Kurzem. Also im Verhältnis zu meinen bisherigen Lebensjahren ist es kurz... Und diese Erkenntnis hat mich ziemlich befreit. Endlich hatte ich eine Erklärung, wieso andere anders waren als ich. Und ich begann zu verstehen.

 

Jetzt wusste ich, dass beide Recht hatten: Ich war überempfindlich. Aber auch ich hatte Recht: Sie waren oft zu laut für mich. Nicht weil sie es wollten, sondern weil meine Filter schlicht und ergreifend weniger stark vorhanden waren wie ihre. Sie konnten nichts dafür - und ich genauso wenig. 

 

Das Buch "Zart besaitet" erklärte viele Situationen gut, was ich schon lange bemerkt hatte und keine Erklärung dafür hatte:

- Beim Stadelhofen kreischen die Bremsen der Züge so furchtbar, dass mir die Ohren schmerzen. Und andere scheinen kaum zu reagieren.

- Grosse Menschenmassen ermüden mich schnell. Andere scheinen dies zu geniessen.

- Stimmungen anderer scheine ich innert Sekundenbruchteile wahrzunehmen. Sehr zum Erstaunen z.B. meiner Yoga-Schülerinnen und -Schüler.

 

Ich erkannte, dass ich wohl aufgrund meiner Hochsensibilität auch einen starken Hang zur Meditation hatte. Mich zurückziehen zu müssen, um zu regenerieren. Darum habe ich keinen Kampfsport angefangen, wo man laut schreit. Das Schreien war mir schon immer ein Graus. Durch den Parfümerie-Bereich von Manor etc zu laufen verursacht mir Kopfschmerzen. 

 

Das jahrelange (Konzentrations-)Training durch Ballett und Kung Fu haben mir geholfen, relativ robust zu werden. So dass mich viele von Aussen nicht als Hochsensible wahrnehmen - und überrascht sind, wenn ich mich als HSP zu erkennen gebe.

 

Doch die Hochsensibilität hat nicht nur Nachteile. Sondern kann auch eine Gabe sein. Kreativität, weil wir viel mehr verarbeiten und empfänglicher sind für Reize. Eine sehr feine Wahrnehmung der Stimmungen der Menschen gibt uns eine gute Basis, zu guten Beratern zu werden. Dies kommt mir z.B. als Coach unglaublich zugute und es erfüllt mich, in einer 1:1-Situation meinen Sinnen vollen Raum zugestehen zu können, ohne etwas "rausfiltern" zu müssen.

 

Darum beginne ich zu bloggen: Um meine Erfahrungen zu teilen. Um anderen evtl. Erklärungen zu bringen, warum sie so sind wie sie sind. Und mitzuteilen: Es hat auch sein gutes. :) Wenn man weiss, wie man die Reize im Innen und Aussen selektiv ausblenden kann.

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