Beziehungen als Hochsensible

Als Hochsensible Beziehungen zu führen ist nicht ganz unproblematisch. Je näher eine Person mir ist, desto mehr lasse ich mich von meinen Gefühlen (wie auch Ängsten) vereinnahmen. Vielleicht hat meine Kindheit mich darum mit den Ereignissen "trainiert": Ich kenne meinen leiblichen Vater nicht, habe mit 3 Jahren meine Heimat (Philippinen) verlassen müssen und somit alles hinter mir lassen müssen, was mir lieb und teuer war. Meine Schwester und Mutter waren noch bei mir, doch alles andere glitt mir aus den Händen. 

 

Also lernte ich, Menschen nicht mehr ganz so nah an mich heran zu lassen. Was vielleicht meine anfängliche kühle Art erklären mag. Ich habe eine ambivalente Zuneigung entwickelt: Einerseits mag ich die Menschen um mich, andererseits hafte ich nicht an ihnen an (und bin somit bereits, sie jederzeit gehen zu lassen). Nicht, dass mich ihr Verlassen nicht doch auch traurig machen würde - aber ich glaube, ihr versteht mich. Das Akzeptieren, dass ein Mensch dich verlässt, fällt mir einfach viel leichter aufgrund der Ereignisse in meiner Kindheit.

 

Was mich zu den Beziehungen bringt. Beziehungen in loser Form (= Bekanntschaften) sind für mich unproblematisch. Locker-flockig kennenlernen, eine lustige Zeit miteinander verbringen und wieder auseinander gehen. Überhaupt kein Problem. 

Auch Freundschaften sind unproblematisch, da ich nicht anhafte. Wenn jemand keine Zeit hat/zu beschäftigt ist, beziehe ich das nicht auf mich, sondern auf die Tatsache, dass die Person andere Prioritäten hat. Andere Hochsensible sind hier schon anders, insbesondere wenn sie Single sind und ihre Gefühlslage mit jemanden teilen wollen. Ohne zu merken, beginnen wir z.T. zu klammern/den anderen zu vereinnahmen, ohne es jedoch böse zu meinen. Sondern uns beschäftigt einfach soooo viel, was wir auch mit unseren Herzmenschen teilen möchten. Nicht immer ist es einfach, dann einer hochsensiblen Person klarzumachen, dass man mehr Luft und Freiraum braucht und auch andere Freunde treffen möchte. ;) Doch mit viel Feingefühl geht es. :) insbesondere wenn es einem gelingt, der hochsensiblen Person das Gefühl zu vermitteln, sie immer noch sehr gern zu haben. 

 

Beziehungen sind um einiges heikler. Die emotionalen Stürme die uns HSP mal mehr mal weniger erfassen, sind für viele Partnerschaften eine Bewährungsprobe. Insbesondere wenn du eh schon zu der temperamentvollen Sorte gehörst. Und wehe wenn dir die Gabe der Kommunikationsfähigkeit geschenkt wurde... Ein/e Partner/in braucht schon eine dicke Haut, viel Verständnis und Vergebungsfähigkeit, um mit den emotionalen Dramen dann auch klarzukommen. Gut, wenn man dann schon weiss, dass man ein/e HSP ist und entsprechend mit dem/r Partner/in "Notfallpläne" schmieden kann. Und diese sind wirklich hilfreich... Diese Tipps gebe ich gerne ein anderes Mal durch. :)

 

Ein kleiner, aber wertvoller Tipp an alle HSP-Partner/innen: Nehmt die Ausbrüche nicht persönlich und lasst uns HSP Zeit, um die Gefühle abebben zu lassen. Wir kommen wieder zu Sinnen, wenn es auch Zeit braucht...

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