"Du und hochsensibel? Hätte ich nicht gedacht"

Nicht alle hochsensiblen Menschen sind gleich. Einige reagieren stark auf Gerüche. Andere auf visuelle Reize. Manche sind "nah am Wasser gebaut" und andere scheinen ziemliche widerstandsfähig zu sein. Einige sind introvertiert, andere scheinen extrovertiert. Verträumt versus fokussiert. 

 

Kann das sein? Ein fokussierter, extrovertierter HSP (hochsensible Person)? Jemand, der hart und unemotional diskutieren kann in einigen Bereichen und doch sehr empfindlich ist? 

 

Ja, kann es. Warum auch nicht? Nicht alle HSP sind IMMER verträumt, in sich gekehrt, empfindlich und weinen viel. Viele Leute sind erstaunt darüber, dass ich hochsensibel bin. Weil ich fokussiert, diszipliniert und extrovertiert bin. Eine richtige "Macherin" für meine Vision. Weil ich einstecken kann und nicht persönlich nehme. Weil ich mit emotional abgrenzen kann. 

 

Nun ja, das habe ich entwickeln können/müssen/dürfen. Als Kind war ich eine "typische" HSP: verträumt, in mich gekehrt, schnell emotional aus dem Gleichgewicht gebracht. Meine Mutter nannte mich auch "Fiinöggeli", was soviel heisst wie "eine sehr Empfindliche/Zarte". Ich war also eine Prinzessin auf der Erbse. Wer mich noch nicht so lange kennt, mag nun erstaunt sein. :)

 

Das Ballett, welches ich mit 3 Jahren begann, verknüpfte das Verträumte/Fantasievolle mit klarer Disziplin. 13 Jahre lang lernte ich mit Freude Disziplin und harte Arbeit - und wurde gut darin. Aber stark fühlte ich mich nicht. 

 

Die Stärke und Widerstandskraft kultivierte ich dann mit dem Kung Fu. Die Kampfkunst selber und die Auseinandersetzung mit den anderen lehrte mich viel Wertvolles:

- Ich lernte meinem Körper zu vertrauen

- Ich lernte meine Stärke kennen und lieben

- Ich lernte mit Treffern und "Niederlagen" umzugehen. 

- Ich lernte, nach Treffern und Niederlagen mich selber wieder zu motivieren um weiterzumachen

- Ich lernte viel über mich

- Ich lernte MIR zu vertrauen

- Ich lernte selbstbewusst hinzustehen und etwas zu sagen

 

Rückblickend hat wohl das Kung Fu mir nicht die Stärke gegeben, aber die Stärke in mir zur vollen Blüte gebracht. Selbstbewusst hinzustehen, mutig den Blick in sich selber zu wagen, mutig jemand anderem die Stirn zu bieten - das alles hat mir die langjährige Auseinandersetzung mit der Kampfkunst gebracht. 

 

Aber bitte keine falschen Umkehrschlüsse: Keiner, der Kampfkunst macht, ist deswegen frei von Mustern oder über alle Zweifel erhaben oder wegen der Erfahrung dazu berechtigt über andere zu richten oder sich besser zu fühlen als andere. Kung Fu gibt viel und kultiviert viel, macht aber niemanden zum Heiligen. Dies lässt sich auch über viele Tools sagen wie z.B. Yoga, Taiji oder andere Praktiken. Letztlich sind wir alle menschlich. :)

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